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Zedler: Hochzeit HIS-Data
5028-13-322-6
Titel: Hochzeit
Quelle: Zedler Universal-Lexicon
Band: 13 Sp. 322-327
Jahr: 1735
Originaltext: Digitalisat BSB Bd. 13 S. 174-177
Vorheriger Artikel: Hoch-Zange
Folgender Artikel: Hochzeit des Lammes ist kommen
Siehe auch:
Hinweise:

  Text   Quellenangaben
  Hochzeit. Wenn ein paar Leute bey denen Ebräern verlobet waren, so musten sie noch eine Zeit warten, bis sie Hochzeit halten konnten. Unter der Zeit ward man wegen der Mitgifft einig, die der Bräutigam der Braut geben muste, worüber auch ein Instrument aufgerichtet ward, dessen Formular beym Seldeno Vxor. Ebr. II. 10. zu lesen.
  Es durffte aber die Hochzeit selbst nicht am Sabbathe oder einem andern Fest-Tage gehalten werden, weil eine Freude mit der andern nicht vermenget werden muste. Der ordentliche Tag, den man dazu nahm, war der 4te oder die Mittwoche, damit der Bräutigam, wenn er die Braut nicht als Jungfer gefunden, es gleich des andern Tages bey denen Gerichten angeben konnte.  
  In dem Hochzeit-Hause, wo der Schmaus ausgerichtet ward, wurden Braut und Bräutigam eingesegnet, davon die Formul bey obgedachten Seldeno l.c. II. 12. zu lesen.
  Einen Ring gaben die Juden einander nicht drauf. Sie hatten Cräntze von allerhand Materie, sonderlich aber die Braut, welche gemeiniglich eine Coronam turritam von Golde trug, die sie [drey Wörter Hebräisch], Vrbem auream, nenneten, weil dadurch die Stadt Jerusalem abgebildet ward.  
  Bey denen Braut-Leuten musten auch 2. Paranymphi oder Braut-Diener seyn, welche auch, wie einige vorgeben, in der Nacht entweder in dem Schlaff-Gemache selbst, oder hart neben demselben  
  {Sp. 323|S. 175}  
  schlieffen. Denn sie musten Acht haben, daß der Braut nicht Unrecht geschähe, wenn ihr der Bräutigam etwa das untergelegte Tuch wegnehmen wolte, oder auch, damit die Braut nicht ein blutig Tuch mit in die Cammer bringen mögte. Und hieraus sind die Worte Jo. 3. 29. zu erklären.
  • Seldenus Vxor. Ebr.
  • Goodwin Mos. et Aaron.
  • Leydekker de Rep. Ebr.
  zu Athen hat Ceerops zuerst geheurathet, daher man ihn gedoppelt gemahlet hat. Die Hochzeiten wurden gemeiniglich in dem Monath Gamelion gehalten, und war die Juno Gamelia über solche gesetzt. Jedoch pflegten die Bräute nicht allein der Junoni, sondern auch der Veneri und Gratiis zu opffern. Das Geld vor den Schmaus hieß gamēlia, und ward von dem Vater bey denen tribulibus, wenn er die Tochter einschreiben ließ, deponiret. Es muste auch der Braut ein gewisser Knabe Wasser aus dem Brunn Callirrhoë oder Enneacruno zubringen, daraus sie sich baden und waschen konnte, und der hieß loutrophoros, von loutron, lauacrum, und pherō, fero.
  • Castellanus de Fest. Graec. in gamēlia.
  • Fasoldus de Fest. Graec. …
  Bey denen Römern ward eine Hochzeit mit folgenden Ceremonien vollbracht. Bey Auslesung des Hochzeit-Tages waren sie sehr sorgfältig. Denn da durffte an denen Kalendis, Nonis und Idibus keine Hochzeit geschehen, es wäre denn mit einer Witben gewesen. Macrobius Saturn. I. 13.
  Unter denen Monathen hielt man den May vor unglücklich. Ouidius Fast. …
  Im Februario machte man niemahls Hochzeit. Ouidius Fast. …
  Die 30. Tage im Mertz, in welchen die Salii ihr Fest begiengen, war das Heurathen verboten, u.s.w. Hingegen hielt man die Zeit, so auf den 13. Junii folgte, vor glückselig. Ouidius Fast. …
  Von diesem Tage glaubten die Alten, die Parcae spänen an demselben an einem Rocken aus weißer Wolle, auch ward auf den vollen Monden grosse Reflexion gemacht. Sidonius Carm. XIV. zielet darauf.  
  Wenn es denn mit allen Umständen seine Richtigkeit hatte, die zum Matrimonio gehörten, so satzte man einen Tag zur Hochzeit aus: Vor gar alten Zeiten konnte solches keinesweges geschehen, woferne die Auspices nicht ihren Consens dazu gaben. Nachdem man aber unter der Hand die Betrügereyen dieser wohl merckte, ihnen aber doch des gemeinen Volcks wegen nicht zu Halse konnte; so behielt man das Andencken der alten Gewohnheit doch noch in so weit, daß man einen oder etliche solche von diesen Leuten zur Hochzeit bat, und in derselben Gegenwart die gewöhnlichen Ceremonien verrichtete. Suetonius Claud. …
  Am Hochzeit-Tage verfügte sich der Bräutigam in der Braut Behausung, da traff er sie in ihrer Mutter oder einer nächsten Anverwandten Schooß an, aus welcher er sie, oder jemand an seiner Statt dem Scheine nach mit Gewalt entführen muste. Diese Ceremonie war zum Andencken des entführten Sabinischen Frauenzimmers angestellet, welches die ersten Stiffter der Stadt Rom bey denen begangenen Ritter-Spielen weggenommen hatten. Florus
  Der Braut-Schmuck hatte auch allerhand besondere Umstände z.E. der Braut Haare musten nach Art der alten Matronen geputzet seyn, so daß capere crines beym Plauto Most. … nichts anders ist, als nubere. Das Haar ward mit einem Spiesse zu recht gelegt oder geschmückt, mit welchem ein Fechter war niedergemacht worden. Un-  
  {Sp. 324}  
  ter denen vielen Ursachen, welche die Scribenten davon geben, scheinen die wahrscheinlichsten, daß man damit auf die genaue Vereinigung beyder Eheleute gesehen habe, welche die gantze Lebens Zeit dauren solle, gleichwie dieser Spieß mit dem Leibe des Fechters sey vereiniget gewesen; oder weil die Braut einen tapfern Mann heurathete, und tapfere Kinder zeugen würde.  
  Nach dieser Cerimonie bekam sie den Braut-Crantz. Hierauf zog man ihr Tunicam rectam an, das ist, einen solchen Rock, welchen der Weber im stehen, von unten auf in die Höhe verfertiget hatte, welches die Griechen anōuphainein nennen. Plinius
  Wiewohl Festus in Gedancken stehet, daß dieser Braut-Rock nicht an dem Hochzeit-Tage, sondern des Tages vorher sey angeleget worden, welchem aber andere widersprechen.  
  Und ob zwar sonst nur vornehmen Regiments-Personen und die Soldaten durch die Gürtel unterschieden waren; so war doch auch ein Braut-Gürtel gebräuchlich, welchen der Bräutigam nachgehends im Braut-Bette auflösete.  
  Auch ward beyden Ehe-Leuten zugleich ein Joch aufgeleget, zum Zeichen, daß sie einander an die Hand gehen und die Arbeit mit gesammten Kräfften verrichten sollten. Wie denn von dieser Gewohnheit die Wörter Conjuges, Conjugium nach einiger Gelehrten Meynung ihren Ursprung nehmen sollen, wiewohl andere solches lieber von conjungo herleiten wollen, immassen es denn auch die Alten offt Conjunx geschrieben haben. Brissonius de Rit. Nupt.
  Zum Braut-Schmucke gehörte endlich auch eine Goldgelbe Haupt-Decke oder Braut-Haube, (Flammeum) und Pantoffeln von gleicher Farbe. Lucanus
  Wenn sie dergestalt ausstaffiret war, führte sie der Herr Bräutigam nach Hause. Daher ist die Redens-Art entstanden: Vxorem ducere scil. domum, welches Wort auch zum öfftern bey denen Auctoribus ausdrücklich hinzugesetzet wird. Und zwar die Heimholung geschahe des Nachts. Bey dieser Procession wurden 3. Knaben gebraucht, deren Väter und Mütter noch am Leben waren. Einer trug eine Fackel von Weiß-Dorn voran, zwey führten die Braut in der Mitten. Eben diese Fackel nahmen die Freunde von beyden Seiten denen Knaben mit Gewalt aus der Hand, wenn sie an des Bräutigams Haus kamen, weil sie den Aberglauben hatten, wenn solche die Braut unter das Bette steckte, so müste der Bräutigam sterben; welches hingegen der Braut begegnen würde, wenn sie in einer Grab-Stätte verbrannt würde. Nebst der Fackel dieses Knabens wurden derselben noch 5. andere vorgetragen; und zwar deßwegen fünfe, weil sich diese Zahl nicht theilen ließ. Plutarchus qv. Rom. II.
  Ob sie von Weiß-Dorn gewesen seyn, oder von Fichten, oder zum wenigsten von andern hartzigen Holtze, davon wird bey denen Criticis viel Wesens gemacht. Diejenigen kommen wohl der Sache am nächsten, welche in denen Gedancken stehen, man habe sich eben an keinen gewissen Baum gebunden, sondern bald von einem, bald von andern die Fackeln bereitet. Brissonius de Rit. Nupt.
  Sie wurden Taedae genennet, daher auch dieses Wort offt soviel als die Hochzeit selbst bedeutet. Dem mag nun seyn wie ihm will, so standen doch die abergläubischen Römer in der Einbildung, der Weiß-Dorn sey gut wider die Zauberey, daß man sich also desselben wohl mag bey denen meisten Hochzeiten bedienet  
  {Sp. 325|S. 176}  
  haben[1], sonderlich wo nicht gescheute Eltern gewesen sind, von denen die Thorheit dieses Vorgebens ist eingesehen worden, dergleichen es mitten unter der heydnischen Blindheit viel gegeben hat, ob sie sich es gleich der rasenden Priester u. des verblendeten Pöbels wegen nicht durfften mercken lassen.
[1] HIS-Data: korrigiert aus:huben
  Von hinten zu trug man der Jungfer Braut einen angelegten Rocken, und eine voll gesponnene Spindel nach, ihr damit zu zeigen, daß sie an diesem Tage nicht zur Wollust und andern Üppigkeiten, welche unter dem Römischen Frauenzimmer herrschete; sondern zur Arbeit beruffen würde. Hiernächst trug ihr ein unmündiger Knabe allerhand nöthigen Hausrath in einem zugedeckten Gefäß vor. Der Knabe wurde bey allen Hochzeiten Camillus, das Gefäß aber Cumerum genannt.  
  Sonst war von uralten Zeiten her ein wunderliches Gesetze, daß eine Braut drey Asses mit sich bringen muste, das ist nach unserer Müntze ohngefehr 10 4/5 Sächsische Pfennige oder 3 1/3 Creutzer. Einen trug sie in der Hand, mit demselben erkauffte sie sich gleichsam den Bräutigam; den andern trug sie unter einem Fusse, und legte ihn auf den Feuer-Heerd derer Haus-Götter; den dritten trug sie im Schübsacke, und legte denselben bald darauf an einen Creutz-Weg. Diese Cerimonie ist wohl noch die beste gewesen, weil man wohl siehet, daß die Alten nicht durchaus närrisch gewesen sind.  
  Wenn die Braut an die Thür kam, fand sie dieselbe mit Blumen und allerhand andern Laubwerck gezieret. Juuenalis Sat. …
  Man fragte sie hierauf, wer sie wäre? sie antwortete: sie wäre Caja, womit sie ihre Absehen auf Cajam Caeciliam des Königs Tarquinii Prisci Gemahlin richtete; Denn weil dieselbe nicht nur im Weben sehr erfahren, sondern auch überhaupt ein sehr tugendhafftes Weib gewesen war, so achteten sichs alle Römische Damen vor eine sonderbahre Ehre, daß sie sich von ihrer Verehelichung an nach ihr nennen durfften.  
  Inzwischen reitzten sie ihre Bluts-Freunde an, wenn sie schon im Hause war, daß sie sprechen muste Vbi tu Cajus, ego Caja. Ehe aber diese letzte Anrede geschahe, hieng die Braut fliegende Kopff-Hauben an die Thüren und beschmierte dieselben mit Wolffs-Fette, und zwar aus dem Aberglauben, als wenn dergestalt nichts Böses ins Haus kommen könte.
  • Lucanus
  • Plinius Hist. Nat.
  Auf der Schwelle stund Feuer und Wasser, welches der Bräutigam im Hause, die Braut aber von aussen anrührete. Plutarchus quaest. Rom. I.
  An der Thür-Schwelle zauderte sie, als wenn sie durchaus nicht ins Haus wollte. Endlich hob sie die Beine in die Höhe und that einen Sprung ins Haus dergestalt, daß sie ja die Schwelle nicht berühren möchte, Catullus
  Diejenigen, welche die Geheimnisse derer Römischen Gebräuche von Grund aus untersuchen, bringen wieder allerhand Muthmassungen deswegen auf die Bahn, da aber nichts gewisses dahinter stecket. Die beste Meynung scheinet zu seyn, man habe solches gethan, damit sich die Bräute nicht an die Schwelle stossen mögten, als welches man schon vor ein sehr böses Zeichen hielt.  
  So bald sie über die Schwelle war, wurden ihr die Schlüssel übergeben, anzuzeigen, daß sie sich nunmehr der gantzen Wirthschafft sorgfältig anzunehmen habe: Dahingegen man bey erfolgter Ehescheidung vor allen Dingen die Schlüssel wieder zurück nahm. Danach muste sie einen Peltz anziehen und eine Zeitlang  
  {Sp. 326}  
  darinnen sitzen, entweder das Andencken des uralten Habits der ersten Röm. Weiber zu erhalten, oder zu versichern, sie werde sich die Arbeit mit der Wolle spinnen und würcken lassen angelegen seyn.  
  Wenn man endlich die arme Braut lange genung geplacket, so kam es letztlich zum Hochzeit-Mahle, bey welchem der Bräutigam die Oberstelle hatte, die Braut aber lag dem damahligen Gebrauch nach in dessen Schoosse. Daß es an Musicanten bey dergleichen Hochzeit-Schmausen nicht werde ermangelt haben ist leicht zu erachten. Es waren aber Theils Instrumentalisten, die mit Flöten und Leyern aufwarteten, Theils Vocalisten, so das Hochzeit-Lied absangen, welches auf Griechisch Hymen oder Hymenaeus genennet ward, die Lateiner rieffen hingegen Thalassio.  
  Woher solches Wort den Ursprung nähme, ist auch unter den ältesten Scribenten nicht ausgemacht. Einige meynen, bey der Entführung der Sabinischen Jungfern hätte sich eine überaus schöne gefunden, welche des Thalassii Leuten in die Hände gerathen wäre. Weil sie nun solche gerne ihrem Patrone zuführen wollen, und sich gleichwohl befürchtet hätten, es mögte sie iemand anders anpacken, hätten sie continuirlich geschrien Thalassio, Thalassio, bis sie mit dem Frauenzimmer bey dem rechten Manne angelangt wären. Andere deduciren es aus dem Griechischen von talasia, andere von thalassion, welches beydes lanificum bedeutet, gleich als wäre durch diesen Zuruff die Braut ermuntert worden, sie solle künfftig praf arbeiten. Wiewohl mehr dem Liuio zu glauben, als der letzten Meynung beyzupflichten. Terrarius de Aortam. eius.
  Indessen schreiben diejenigen, welche auf das Wort thalassion reflectiren, Thalassio u.s.w. mit einem h.  
  Wenn grosse Herren ihre Kinder vermählten, blieb dieses Geschrey nicht bey den Hochzeit-Gästen, sondern es erschall auch in der gantzen Nachbarschafft. Ja als Augustus seine Printzeßin ausstattete, hörete man solches in allen Tempeln, auf allen Märckten und Schauplätzen, in denen Fechtschulen, und mit einem Worte an allen öffentlichen Örtern und in allen verborgenen Winckeln erschallen.  
  Die allerschändlichste und abscheulichste Cerimonie war, daß sich die Bräute noch vor der Heimführung in den Tempel Mutini, Muttini oder Puttini, wie ihn andere nennen, begeben musten, daselbst pflegten sie unter dem Scheine einer gar besondern Heiligkeit sich auf das abscheuliche Götzen-Bild zu setzen, und demselben ihre Jungferschafft aufzuopffern.  
  Wenn die Mahlzeit und alle vorgenommene Lustbarkeiten zu Ende waren, so übergaben die vorgedachten drey Knaben oder Braut-Diener dieselbe denen Pronubis oder Ehestiffterinnen, welche sie zu Ruhe bringen musten. Catullus
  Von dem Lecto Geniali oder Braut-Bette ist zu mercken, wenn man ein altes behielt, daß es wenigstens an einen andern Ort muste gesetzet werden, damit der Braut nicht irgendein Unglück wiederführe, welches andern, die in solchem Bette geschlaffen hätten, mögte begegnet seyn.  
  Wenn Braut und Bräutigam zu Bette waren, sangen junge Leute von beyderley Geschlecht die Epithalamia, welchen Nahmen eigentlich nur diejenigen Lieder führten, die Abends und Morgens vor der Braut Kammer gesungen wurden. Das Abend-Lied hieß katakoimntikos, das Morgen-Lied, diegertikos. Des Morgens kam eine Menge von Jungen zusammen, die hatten Freyheit auch die aller-  
  {Sp. 327|S. 177}  
  schändlichsten Lieder zu singen, welche Fescennini genennet wurden, weil sie aus Fescennino, einer Stadt in Etrurien, ihren ersten Ursprung genommen hatten. Sie bestunden nicht nur aus alten abgekommenen Worten und Redens-Arten, sondern der Innhalt war auch so anzüglich, grob und unfläthig, daß man sich billig wundern muß, daß kluge Völcker, wie die Römer waren, solche Sau-Possen haben leiden können, ihre wichtigste Ursache war das liebe Alterthum, weil man nehmlich schon von viel 100. Jahren her solche Freyheit verstattet hatte, so wolten die Nachkommen eben keine Neuerungen machen.  
  Von andern Gastereyen und aus denen Weinbergen stelleten sie sich auch bey Hochzeiten und gar bey dem Braut-Bette ein;  
  Der Gebrauch bey den Röm. Hochzeiten ist auch nicht vorbey zu gehen, welcher darinnen bestund, daß nicht nur der neuangehende Ehemann, sondern auch eine grosse Menge Knaben Welsche Nüsse unter das Volck streueten. Was vor eine Absicht dabey gewesen sey, davon hat man keine Gewißheit. Der gantze Gebrauch rührte wohl daher, daß Knaben und andere junge Leute mit Nüssen spieleten; Weil nun die neuangehenden Männer solche weg warffen, so deuteten sie damit an, daß sie inskünftige ernsthafft verfahren, und mit dergleichen Kinderspielen weiter nichts zu thun haben wollten.
  • Brissonius de Ritu Nupt.
  • Pitiscus Lex. Ant.
  Ein mehrers von denen Hochzeit-Gebräuchen unterschiedener Völcker, siehe unter den Titul Ehestand, Tom. VIII. p. 360. seqq.  
  Was die Hochzeiten derer Berg-Leute anlanget, so werden sie ihnen zwar zugelassen, damit aber dem Berg-Werck kein Schade geschehe, ist es am besten selbige Sonntags anzustellen. Doch muß es erst nach dem Mittags-Gottesdienst, Vesper und Catechismus-Examen vorgenommen und keine Schicht versäumet werden. Würde aber eine Hochzeit in der Woche an einem Werck- Tage gehalten, sollen doch die Berg-Leute ihre Schichten verfahren.
  • Berg-R. Spieg.
  • Lohneyß Berg-Ordn.
     

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Stand: 3. April 2013 © Hans-Walter Pries