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Zedler: Lands-Ordnung HIS-Data
5028-16-554-8
Titel: Lands-Ordnung
Quelle: Zedler Universal-Lexicon
Band: 16 Sp. 554
Jahr: 1737
Originaltext: Digitalisat BSB Bd. 16 S. 288
Vorheriger Artikel: Lands-Obrigkeit, (Hohe)
Folgender Artikel: Landsperg
Siehe auch:
Hinweise:
  • Allgemeine Bemerkungen zur Textgestaltung siehe Hauptartikel
  • Für die Auflösung der Quellenangaben siehe: Personen

  Text Quellenangaben
  Lands-Ordnung, oder Lands-Constitution, Lat. Statutum prouinciale, ein gewisses Gesetz, welches ein Teutscher Reichs-Stand in seinem Lande zu geben berechtiget, welchem auch alle desselben Unterthanen auf das genaueste nachzuleben verbunden sind. Policey-Ordnung zu Franckfurt 1577. …
  Es gründet sich aber dieses Recht jetzo auf die Lands-Hoheit, und welches vor diesem entweder durch die langwierige Gewohnheit, welche die Kayser stillschweigend billigten, oder durch ein besonderes Priuilegium erlanget worden. Pfeffinger ad Vitriarii
  Eben jenes ist auch die Ursache, daß man keine gewisse Zeit setzen kann, in welcher jeder Stand ins besondere Lands-Ordnungen zu machen angefangen; doch sind hiervon diejenigen ausgenommen, welche darüber befreyet worden.
  • Ziegler de iur. maiestat. …
  • Stephani de Iurisdict. …
  • Rudinger Obseruat. singular.
  {Sp. 555|S. 289}  
   
  Centur. ...
  • Wehner Obseruat. pract. v. Gebot p. 156.
  • Besoldus Thesaur. pract. v. Gebot. p. 294.
  • Dietherr Addit.
  • Knipschild de Iuribus et Priuileg. ...
  • Iaroslaus de Stezela Diss. de Iuribus Statutorum, Praef. Simone.
  • Mylerus de Principibus ...
  • Rob. Kolbius Auila certante ...
  • Schweder Introduct. Iur. publ. ...
  • Hertius de Superioritate territoriali ...
  • Multzius Corp. Iur. publ. ...
  • Pfeffinger ad Vitriarium ...
  Hier fragt sich aber, ob die Lands-Ordnungen derer Fürsten und Reichs-Stände auch gegen das gemeine Recht können eingeführt werden? Dieses behaupten nicht alleine die Rechts-Lehrer, sondern auch die unzähligen Verordnungen, Gesetze, Statuten, Rescripte und Befehle derer Fürsten und Stände, welche dergleichen von Zeit zu Zeit herausgegeben.
  • Sigm. Jac. Holtzschuher von Neuenburg Diss. de Statuum Imperii … Praes. Thomasio.
  • Arthurus Duckius de Auctoritate Iuris
  • Conring Epist. ad Henricum … apud Ioachimum Hopperum de vera Iurisprudentia.
  • Reformation guter Policey zu Augspurg 1520. … Item die Berg-Knappen etc.
  • Knipschild de Iur. et Priuileg. …
  • Knichen de Iure territoriali
  • Schweder de Feudis …
  • Gailius de Arrestis
  • Meichsner Decis. Camerl. …
  • Limnaeus Iur. publ. …
  • Hugo de Statu regionum …
  • Cocceius Prudent. Iur. …
  • Stryck de Vsu moderno
  • Horn Prudent. Iur. …
  • Schweder Introduct. Iur. …
  • Hopp Histor. Iur. …
  • Joh. Ernst Lamprecht Diss. de Natura
  • Schiltern
  • Joh. Gottfried Starck Diss. de Iure Praesid. Gribnern
  • Pfeffinger ad Vitriarii
  • Bilderbeck Teutsch. Reichs-Staat Th. III. Abth. I.
  Die Ursache, so man deswegen anführt, ist, weil das bürgerliche Gesetz von dem, so Gewalt hat Verordnungen zu machen, durch ein Gegengesetz gar wohl aufgehoben werden könnte, da es in denen Reichs-Staaten kein grösser Ansehen verdiente, als daß man es brauchte, wenn die Lands-Ordnungen in einem gewissen Falle nichts zulängliches verordnet hätten.
  • Ordinatio Iudicii Aulici Tit. I verb. In Mangelung derselben die Kayserlichen Rechte etc.
  • Apologie und Rettung der zwo Schrifften, so an. 1606. von des Chur- und Fürstlichen Hauses Sachsen an den verledigten Jülichschen Landen Rechten ausgegangen p. 9.
  • Reinking Regim. Sec. …
  • Carpzov de Lege Regia
  • Sichard Consil. de Testamentis.
  • Mylerus de Statibus Imperii
  • Pfeffinger ad 
  {Sp. 556}  
   
  Vitriarii
  • Bilderbeck l.c. …
  Ob aber auch denen Reichs-Ständen frey stehe, Lands-Verordnungen gegen ein ordentliches Reichs-Gesetz zu haben, sonderlich, wenn es mit der Clausula derogatoria versehen worden, darinnen sind nicht alle gleicher Meynung. Bilderbeck l.c. …
  Die meisten verneinen es, zu Mahl, da alle Reichs-Stände, welche nicht wiedersprochen, durch die Reichs-Abschiede verbunden würden. Da gegen Theils die angeführte Clausel nicht den geringsten Nutzen hätte.
  • Ludolph Hugo de Statu
  • Horn Iur. publ. …
  • Vitriarius apud Pfeffinger l.c. …
  • Klock de Contributionibus
  • Bilderbeck l.c. …
  Und dieses sey auch der Massen gewiß, daß der Kayser dergleichen besondere Lands-Verordnungen auf dem Reichs-Tage aufheben könne.
  • Betsius de pactis Famil. …
  • Vitriarius apud Pfeffinger l.c. …
  Doch giebt es einige, welche es in so ferne einschräncken, wenn ein Fürst oder Reichs-Stand, so dergleichen nicht annehmen wollte, dawieder protestirte, wie das Chur- und Fürstliche Haus Sachsen gethan hätte, als im Jahre 1521. zu Worms ein Reichs-Gesetz wegen der Erb-Folge derer Geschwister Kinder mit ihrer Eltern Geschwister gegeben worden. 
  • Pfeffinger ad Vitriarii
  • Berlich Conclus. practicabil. …
  • Mylerus de Statibus
  Es ist aber dieses, daß der Kayser dergleichen Verordnungen aufheben kann, nach Pfeffingern l.c. … solcher Gestallt zu behaupten, daß es, wenn es auf einem Reichs-Tage dazu kommt, und ein Reichs-Stand, der ein Ius quaesitum hat, nicht wiederspricht, das Ansehen gewinnet, also ob er, da alle ihre Einwilligung gäben, sein besonders Recht gleich Falls fahren liesse. Multzius Corp. Iur.
  Sonst meynt auch Vitriarius l.c. … man müste auch sehn, ob dergleichen Protestation angenommen worden oder nicht? Denn wenn die blosse Protestation gälte, so könnten gar leichte alle Reichs-Schlüsse, ob gleich vorgedachte Clausel dabey befindlich wäre, umgestossen werden, wobey er Eyben de Testamentis … anführet. Worauf aber Pfeffinger l.c. … antwortet: Es müste eine rechtmäßige Protestation angenommen werden, weil die Rechte eines jedweden ins besondere, da es ihn angienge, nicht denen meisten Stimmen unterworffen würden.
  • Des Chur-Sächsischen Gesandten Erklärung bey Fabern Staats-Cantzley Th. …
  • Holtzschuher von Neuburg l.c. …
  Andere hingegen meynen, daß der beygefügten Clausel ungeachtet einem Reichs-Stande frey stehe, Gesetze dagegen zu geben, in Betrachtung, daß einem jeden Fürsten ein von ihm selbst ehedessen gemachtes Gesetz abzuschaffen, und nach Gelegenheit derer Umstände ein anders zu verordnen unverwehrt sey, der Kayser und die übrigen Mitstände dabey keinen sonderlichen Vortheil hätten, und das Urtheil der Cammer, welche, wie bekannt, nach denen Lands-Ordnungen sprechen müste, nicht zur Ausübung kommen würde, weil sich ein Lands-Herr nicht entschlüssen würde, die wieder seine Gesetze lauffende Urtheile zu vollzühen.
  {Sp. 557|S. 290}  
   
 
  • Cocceius Iur. publ. …
  • Vitriarius apud Pfeffingern l.c. …
  • Bilderbeck l.c. …
  Ob die Kayserliche Bestätigung, wenn man Lands-Gesetze macht, nöthig oder nützlich sey, wird gleich Falls nicht von allen auf einerley Weise entschieden. Bilderbeck l.c. …
  Vor Zeiten haben zwar die Teutschen Fürsten solche bey Einführung neuer Gesetze in ihren Landen vor nöthig gehalten; viele aber halten es vor überflüßig, und auch wohl nicht ein Mahl vor nöthig.
  • Rhetius Comment. Iur. Feudal. …
  • Hertius de Superioritate …
  • Limnaeus Iur. publ.
  • Pfeffinger l.c. …
  • Thomasius l.c.
  • Mylerus de Stat. Imp. …
  • Schweder l.c. …
  • Titius Specim. Iur. …
  • Bilderbeck l.c. …
  Es machen aber die Reichs-Stände entweder die Gesetze vor sich gantz allein, oder mit Zuzühung derer Land-Stände. Dabey aber doch dieses in Acht zu nehmen, daß sie an Theils Orten durch ihre Stimmen nur einen Rath, an andern aber auch den Ausschlag geben. 
  • Rhetius Iur. publ. …
  • Hugo de Statu Reg. …
  • Thomasius l.c. …
  • Bilderbeck l.c. …
  • Mylerus l.c. …
  Ob nun zwar kein Zweifel übrig ist, daß die Lands-Ordnungen sich über alle im Lande befindliche Unterthanen erstrecken, so ist, doch noch die Frage, ob auch die Fürstliche Gemahlin, Kinder und andere hohe Anverwandte daran gebunden seyn, davon siehe Unterthan. Doch obgleich die Lands-Ordnungen alle Unterthanen verbinden, müssen sie doch ordentlich, wie die Worte lauten, angenommen werden.
  • Gailius Lib. II, …
  • Rolandus a l’alle
  • Schrader de Feudis …
  • Mylerus l.c. …
  • Vitriarius Iur. publ. apud Pfeffingern l.c. …
  Doch meynt Pfeffinger l.c. er sähe nicht, warum man in denen Lands-Verordnungen nicht so wohl als im gemeinem Rechte einen weitläufftigern und engern Verstand durch Muthmassungen zulassen könnte. Davon auch Holtzschuher l.c. … zu sehen.
  Wenn aber die Auslegung zweiffelhafftig, meynen so wohl Pfeffinger als Vitriarius l.c. … müsse man sich bey dem Lands-Herrn selbst darüber erkundigen, weil derjenige, so das Gesetz gäbe, es auch am besten auslegen könnte. Wovon desgleichen Carpzov Iurisprudent. … nachzusehen.
  Doch könnten einen auch erfahrne Rechts-Gelehrte hierinnen unterrichten.
  • Mylerus l.c. …
  • Schweder l.c. …
  • Pfeffinger l.c.
     

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Stand: 4. April 2014 © Hans-Walter Pries